Trittschalldämmung

Trittschall ist der beim Begehen und bei ähnlicher stossartiger Anregung einer Decke, Treppe oder eines Podestes usw. entstehende Körperschall, der dann teilweise als Luftschall abgestrahlt wird.

    Wege der Trittschallübertragung

    Wie in Grafik dargestellt, wird der Trittschall nicht nur direkt (1) sondern auch indirekt (2–6) übertragen.

    • 1 direkte vertikale Trittschallübertragung
    • 2 – 6 Sekundärübertragungen:
      horizontal, vertikal und/oder diagonal

    Gut zu wissen!

    Im Gegensatz zum Luftschall wird beim Trittschall das Bauteil direkt mechanisch angeregt, z. B. durch:

    • Begehen des Fussbodens mit harten Absätzen
    • Verschieben von Stühlen
    • Fallenlassen von Gegenständen
    • Handwerkliches Arbeiten (Klopfen, Bohren usw.)
    • Kaffeemaschine
    • Mixer
    • usw.

    Wirkprinzipien

    Der Trittschall wird im Empfangsraum als Luftschall abgestrahlt. Der Trittschallpegel (L) ist ein absoluter Wert. Das heisst konkret, dass ein tieferer Trittschallpegel eine bessere Trittschalldämmung bedeutet. (Im Gegensatz dazu bei der Luftschalldämmung: je höher das Bauschalldämmmass desto besser die Schalldämmung).

    Haustechnische Installationen

    Körperschall geht auch von haustechnischen Installationen aus. Wer kennt sie nicht, die Geräusche von sanitären  Einrichtungen, Lüftungsanlagen, Waschmaschinen usw. Den Geräuschen entgegenwirken kann man auch hier wieder mit der Entkopplung von Körperschall, um die Übertragung der Geräusche auf andere Bauteile zu reduzieren. Am einfachsten wird dies realisiert z. B. mit einer elastischen Unterlage unter einer Waschmaschine. Für Rohrleitungen und Armaturen gilt: je schwerer die Wand, an der diese befestigt sind, desto geringer sind die Geräusche.

     

      Die wichtigsten Massnahmen gegen Trittschall

      • Entkoppelung der Systeme z. B. durch schwimmenden Estrich. Setzt voraus, dass zwischen Estrich und Primärstruktur des Gebäudes keine starren Verbindungen bestehen.
      • Generelle Vermeidung von Schallbrücken
      • Trittschalldämm-Matte
      • Teppiche und andere weiche bzw. weichfedernde Bodenbeläge (Linoleum, Vinyl- Fliesen usw.)
      • Minimierung der Flankenübertragung
      • Luftdichte Fugen
      • usw.

      Praxis

      Holzbalkendecken in Altbauten weisen meistens eine unbefriedigende Tritt- und Luftschalldämmung auf.

      Bei einer Sanierung ist auf die Tragfähigkeit der Balkenlage und die maximal mögliche Aufbauhöhe zu achten. Zementestrich scheiden wegen Gewicht und Aufbauhöhe in aller Regel aus.

      Mit Trockenaufbauten, die mit Idikell beschwert sind, werden bei geringer Aufbauhöhe und Masse gute Verbesserungen der Schalldämmung erzielt. Weitere Verbesserungen von der Oberseite der Decke aus betrachtet, sind durch das Belegen der Verbretterung der Rohdecke mit ein oder zwei Lagen Idikell möglich.

      Unterseitig erhöht eine mit Ampaphon Z 600 entkoppelte und mit Idikell beschwerte Unterdecke die Schalldämmung beachtlich. Hohlräume sollten mit einer Dämmung mit hohem Strömungswiderstand gefüllt werden.

      Schwimmender Unterlagsboden

      23 Luftdichtheitsschicht Ampatex DB 90
      50 Antidröhnbelag / Schwerfolie Idikell M 4001/05
      60 Randanschlusskleber Ampacoll RA
      73 Spanplatte
      80 Trittschalldämmung
      81 Hohlraumdämmung
      83 Dauerelastische Kittfuge
      84 Bekleidung
      87 Schiebeboden
      88 Bodenbelag schwimmend
      89 Schlacke
      90 Schalung
      91 Filzunterlage

      Gut zu wissen!

      Umlaufend Fugen von 7 bis 10 mm vorsehen. Fugen mit geeignetem Dichtmaterial versiegeln. Es muss eine vollkommene Luftundurchlässigkeit erreicht werden. Die Verwendung von synthetischen Isolationsmaterialien für die Schalldämmung ist von Nachteil. Es wird empfohlen, Mineralwolle mit einer Dichte von mindestens 50 bis 60 kg/m3 zu verwenden. Für die Deckenmontage im Rahmen des Möglichen Randstreifen, beispielsweise Ampaphon® Z101, verwenden. Günstig ist ein luftleerer, nicht belüfteter Raum in der Struktur.

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