Lärmschutz

Warum Lärmschutz?

Die Wahrnehmung von Lärm ist subjektiv geprägt. Man empfindet Musik, die einem gefällt als weniger laut als solche, die einem nicht zusagt, auch wenn die Lautstärke dieselbe ist. Hohe Töne werden als lauter empfunden als tiefe. Auch Farben beeinflussen das Lärmempfinden. So werden rote Autos lauter wahrgenommen als zum Beispiel Grüne (Quelle: TU München, in «Die Zeit», 19. August 2004).

 

Sparen bei Lärmschutzmassnahmen ist Sparen am falschen Ort. Nachträgliche Sanierungs- bzw. Lärmschutzmassnahmen sind meist schwierig und aufwendig und damit mit hohem finanziellen Aufwand verbunden. Ärger und Kosten erspart man sich mit einer guten Planung.

Auswirkungen

Ganz objektiv betrachtet, schadet Lärm der Gesundheit. Die geschätzten volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm. Je nach Höhe des Schalldruckpegels ergeben sich folgende negativen Auswirkungen:

 

  • Kommunikations- und Konzentrationsprobleme
  • Lern- und Leistungsschwierigkeiten
  • Schlafstörungen
  • Stress und dauernde Nervenbelastung
  • Kopfschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Erhöhung des Blutdruckes
  • usw.

Es gibt eine Reihe weiterer Gründe, weshalb dem Lärmschutz beim Bau eines Gebäudes eine hohe Priorität eingeräumt werden muss:

  • Schutz der Privatsphäre
  • Einhaltung von Gesetzen und Normen
  • Erhaltung oder gar Steigerung des Immobilienwertes
  • Gewährleistung von behaglichem Wohnen selbst in verdichteter Bauweise
  • Erhöhung Lebensqualität
  • usw.

Was ist Schall?

Unter Schall versteht man mechanische Schwingungen von gasförmigen, flüssigen oder festen Medien. Insbesondere im Frequenzbereich des menschlichen Hörens, mit Schwingungszahlen (Frequenzen) von 16 bis 20’000 Hz.

 

Schall, der an unser Ohr dringt, ist physikalisch gesehen eine Schwingung der Luftmoleküle, die zu kleinen Druckschwankungen am Ohr führt. Die Stärke des Schalles wird demnach durch die Schwankungen des Luftdruckes gekennzeichnet.
Da sich diese in einem grossen Bereich von eins bis einer Milliarde bewegen, drückt man den Schallpegel im täglichen Gebrauch in einem logarithmischen Massstab mit der Einheit Dezibel (dB) aus. Die beiden wichtigsten Merkmale des Schalles sind der Schalldruck (Stärke) und die Frequenz (Tonhöhe). Bei einer Frequenz von weniger als 16 Hz spricht man von Infraschall, bei mehr als 20’000 Hz von Ultraschall. Schall breitet sich in der Luft mit einer Geschwindigkeit von 340 m/s aus. Je nach Medium variiert diese Geschwindigkeit ganz massiv. Aus der 1. Tabelle ist ersichtlich, welches Medium den Schall wie gut leitet.

Holz z. B. ist ein ausgezeichneter Schallleiter. Dies betont die Wichtigkeit von Lärmschutzmassnahmen im Holzbau.

Material Dichte (kg/m3) Ausbreitungsgeschwindigkeit (m/s)
Luft (20 °C) 0 344
Luft (-20 °C) 0 319
Gummi 900 – 1’200 50
Kork 200 – 350 430 – 530
Beton 2’300 – 2’500 3’700
Holz parallel zur Faser 300 – 900 3’500 – 5’000
Stahl 7’850 5’000
Glas 2’400 – 2’600 5’000 – 6’000

Die 2. Tabelle zeigt die Schallpegel typischer Lärmquellen im Alltag. Ein Gespräch aus 1 Meter Distanz wird bereits als starker Lärm empfunden! Obwohl – wie bereits erwähnt – das Lärmempfinden subjektiv und abhängig davon ist, wie laut die aktuelle Geräuschkulisse ist, kann man generell sagen, dass oberhalb von 40 dB eine Zu- bzw. Abnahme des Schallpegelsum 10 dB wie eine Verdoppelung bzw. Halbierung der Lautstärke empfunden wird. Eine Schallpegeldifferenz von 3 dB gilt als wahrnehmbar, 1 dB Unterschied ist kaum noch hörbar.

Schallquelle Distanz Schallpegel Gefühl
Absolute Ruhe 0 dB Unangenehm
Ticken einer Uhr 20 dB Knapp hörbar
Wohnquartier ohne Verkehr 40 dB Mässiger Lärm
Auto 10 m 60 dB Starker Lärm
Gespräch 1 m 70 dB Starker Lärm
Autohupe 5 m 100 dB Sehr starker Lärm
Flugzeug beim Start 10 m 130 dB Unerträglicher Lärm

Gut zu wissen!

Der Mensch hört nicht alles gleich gut. Die Hörbarkeitsschwelle erreicht zwischen 2’000 und 4’000 Hertz ihr Minimum. Man nimmt in diesem Bereich Geräusche am besten wahr.

 

Lärmquellen

In Wohnungen und Arbeitsstätten wird man mit verschiedenen Lärmbelästigungen von innerhalb und ausserhalb des Gebäudes konfrontiert.

 

Nicht zu vergessen ist die Belästigung durch schlechte Raumakustik. Schallharte Oberflächen reflektieren den Schall besonders gut und sorgen für den bekannten Widerhall. Nach den unterschiedlichen Arten von Lärmquellen unterteilen wir die Thematik «Lärmschutz» in 4 Bereiche.

Beispiele

Schallquellen von innerhalb des Gebäudes sind zum Beispiel:

  • Musik und Gespräche aus anderen Wohnungen bzw. Räumen
  • Gehgeräusche auf Decken und Treppen
  • Geräusche der Haustechnik, insbesondere der Wasserinstallationen.

Von ausserhalb des Gebäudes sind die Lärmquellen meist:

  • Verkehrsgeräusche durch Schienen-, Strassen- und Luftverkehr
  • Gewerbliche Lärmbelästigungen
  • Baulärm

Gerade im Holz- und Leichtbau sind Lärmschutzmassnahmen
besonders wichtig. Die wichtigsten Gründe hierfür sind:

  • Geringe Massen => geringe Luftschalldämmung
  • Symmetrische Aufbauten => Resonanzen
  • Holz => hervorragender Schall-Leiter
  • Starre Platten => geringe Dämpfung
  • Starre Verbindungen => Schallbrücken und Nebenwegsübertragungen

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